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Kolleg · Deutsch von Grund auf

Deutsch

Fast niemand hat das in der Schule wirklich sitzen gehabt — und das ist völlig in Ordnung. Hier geht's ganz von vorne los, Station für Station.

Kein Tempo-Druck. Häkchen setzen, wenn's sitzt, und weiter geht's.

0 von 11 Stationen gelernt
1

Wortarten — die Bausteine eines Satzes

Jedes Wort in einem Satz gehört zu einer bestimmten Wortart — einer Kategorie, die zeigt, welche Aufgabe das Wort hat.

Welche Wortart ist "glücklich"?
2

Satzglieder — die Rollen im Satz

Wortarten sagen, was ein Wort ist. Satzglieder sagen, welche Rolle es in einem konkreten Satz spielt.

Der Lehrer erklärt den Schülern die Aufgabe.
Subjekt Prädikat Dativobjekt Akkusativobjekt

Wer oder was tut etwas? → Subjekt · Was tut er? → Prädikat · Wem? → Dativobjekt · Wen oder was? → Akkusativobjekt.

Im Beispielsatz oben: welches Satzglied ist "die Aufgabe"?
3

Die 4 Fälle (Kasus)

Der Artikel verändert sich je nach Rolle des Nomens im Satz. Diese vier Formen heißen Fälle.

FallFrageBeispielRolle
NominativWer oder was?der HundSubjekt
GenitivWessen?des HundesBesitz
DativWem?dem Hundindirektes Objekt
AkkusativWen oder was?den Hunddirektes Objekt
Eselsbrücke: Wer-Wessen-Wem-Wen — vier W-Fragen, in genau dieser Reihenfolge.
FallmaskulinfemininneutrumPlural
Nominativderdiedasdie
Genitivdesderdesder
Dativdemderdemden
Akkusativdendiedasdie
Welcher Fall antwortet auf "Wessen?"
4

Genus & Numerus

Genus heißt grammatisches Geschlecht: maskulin (der), feminin (die) oder neutrum (das). "Das Mädchen" ist grammatisch sächlich, obwohl ein Mädchen weiblich ist.

Das Genus muss man bei jedem Nomen meistens einfach mitlernen.

Numerus heißt Anzahl: Singular oder Plural.

der Tisch (Singular) → die Tische (Plural)
Welches Genus hat "das Mädchen"?
5

Verbformen & Zeiten

Ein Verb verändert seine Endung je nach Person und Zeit. Am Beispiel "spielen":

PersonEndungBeispiel
ich-eich spiele
du-stdu spielst
er/sie/es-ter spielt
wir-enwir spielen
ihr-tihr spielt
sie/Sie-ensie spielen
ZeitBeispielVerwendung
Präsensich spieleGegenwart
Präteritumich spielteVergangenheit, v.a. schriftlich
Perfektich habe gespieltVergangenheit, v.a. mündlich
Plusquamperfektich hatte gespieltVorvergangenheit — was VOR einem anderen vergangenen Ereignis geschah
Futur Iich werde spielenZukunft

Das Plusquamperfekt braucht immer einen zweiten Bezugspunkt in der Vergangenheit: "Ich hatte schon gegessen, bevor du kamst" — das Essen war zuerst.

Perfekt bildet man mit "haben" oder "sein" + Partizip II. "Sein" nehmen vor allem Bewegungs-/Zustandsänderungs-Verben: "ich bin gelaufen".
"ich ___ gelaufen" — haben oder sein?
6

Satzbau: Haupt- und Nebensatz

Im Hauptsatz steht das Prädikat an Position 2:

Ich bleibe heute zu Hause.

Ein Nebensatz wird durch "weil", "dass", "obwohl" o.ä. eingeleitet — das Verb wandert ans Ende:

..., weil ich heute zu Hause bleibe.
Kurzer Trick: Steht das Verb ganz am Ende, bist du in einem Nebensatz.

Es gibt verschiedene Arten von Nebensätzen, je nach einleitendem Wort:

ArtEinleitungBeispiel
Kausalsatzweil, da… weil es regnet.
Konditionalsatzwenn, falls… wenn du Zeit hast.
Konzessivsatzobwohl… obwohl er müde war.
Relativsatzder/die/das… der gestern kam.

Zwei gleichwertige Hauptsätze, verbunden mit "und"/"aber", nennt man Satzreihe. Ein Hauptsatz plus ein davon abhängiger Nebensatz heißt Satzgefüge — der Nebensatz kann dabei nicht alleine stehen.

"..., weil das Wetter schön ___" — wohin gehört "ist"?
7

Zeichensetzung

Komma vor einem Nebensatz:

Ich bleibe zu Hause, weil ich müde bin.

Komma bei Aufzählungen:

Äpfel, Birnen, Bananen und Trauben

Komma vor "aber"/"sondern":

Ich wollte kommen, aber ich hatte keine Zeit.

Direkte Rede: Anführungszeichen um die wörtliche Rede, Komma trennt sie vom Redebegleitsatz:

Sie sagte: „Ich komme morgen.“

Doppelpunkt: kündigt etwas an — eine wörtliche Rede, eine Aufzählung, oder eine Erklärung:

Er hatte nur einen Wunsch: Ruhe.
Faustregel: Wo ein eigenes Subjekt + Prädikat beginnt, gehört meistens ein Komma davor.
"Ich bleibe zu Hause ___ weil ich müde bin."
8

Rechtschreibung

Groß-/Kleinschreibung: Nomen immer groß — auch von Verb/Adjektiv abgeleitet: "das Laufen", "das Gute".

s / ss / ß: nach kurzem Vokal "ss", nach langem Vokal/Doppellaut "ß":

dass (kurz) · Fluss (kurz) — Fuß (lang) · groß (lang)

ie oder i: ein langes "i" wird meistens "ie" geschrieben:

Tier, sieben, Papier — aber: Musik, Fisch (kurzes i)
WortBedeutung
seitZeit ("seit gestern")
seidForm von "sein" ("ihr seid")
dasArtikel/Pronomen
dassKonjunktion ("ich weiß, dass …")
wiedernochmal ("ich komme wieder")
widergegen ("das spricht wider die Regel")
"___ gestern regnet es." — seit oder seid?
Gedichtanalyse — Abitur-Vorbereitung
9

Reimschema & Versmaß

Das Reimschema ist das Muster, nach dem sich Verszeilen am Ende reimen. Vier Grundtypen:

SchemaMusterBeispiel
PaarreimaabbZeile 1+2 reimen, Zeile 3+4 reimen
KreuzreimababZeile 1+3 reimen, Zeile 2+4 reimen
umarmender ReimabbaZeile 1+4 reimen, Zeile 2+3 reimen
Schweifreimaabccbseltener, kombiniertes Muster

Versmaß ist das Muster aus betonten (fett) und unbetonten Silben. Am leichtesten hörst du es an einzelnen Wörtern:

VersmaßMusterBeispiel
Jambusunbetont-betontgeSANG, verSTAND
Trochäusbetont-unbetontMUNter, SONne
Daktylusbetont-unbetont-unbetontMÄRchenhaft, WUNderlich
Anapästunbetont-unbetont-betontin der NACHT, auf dem MEER
Zum Erkennen: sprich das Wort laut und klopf den Rhythmus mit — die Betonung fällt fast immer auf die natürliche Wortbetonung.
Welches Versmaß liegt bei "geSANG" vor?
Zeile 1+3 reimen sich, Zeile 2+4 reimen sich — welches Schema?
10

Stilmittel (rhetorische Mittel)

Sprachliche Bilder und Muster, mit denen Dichter Wirkung erzeugen:

MittelErklärungBeispiel
Metapherbildlicher Ausdruck ohne "wie"das Eis ihres Herzens
VergleichVerbindung mit "wie" oder "als"schnell wie der Wind
PersonifikationDing bekommt menschliche Eigenschaftdie Sonne lacht
Alliterationgleicher Anfangslaut mehrerer WörterFischers Fritz fischt frische Fische
AnapherWiederholung am Satz-/Versanfangwir kämpften, wir litten, wir siegten
Hyperbelstarke Übertreibungtausend Tränen weinen
"Fischers Fritz fischt frische Fische" — welches Stilmittel?
11

Aufbau einer Gedichtanalyse

Einleitung: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Epoche, Thema in ein bis zwei Sätzen.

Hauptteil: Inhalt zusammenfassen, dann Form beschreiben (Strophen, Verse, Reimschema, Versmaß) und sprachliche Mittel benennen — immer mit der Frage: welche Wirkung erzeugt das? Nie nur auflisten, sondern deuten.

Schluss: eigene Interpretation, Bezug zur Epoche oder zum Leben des Autors, ggf. eigene Einschätzung.

Form und Inhalt immer zusammen betrachten — nicht "hier ist eine Metapher", sondern "diese Metapher verstärkt die Aussage, weil …".
Wohin gehören Autor und Titel?
Reimschema Stilmittel Versmaß
Richtig: 0 / 0
Memory Galgenmännchen Wortfall
Zeit: 0:00
Versuche: 0
Leben: 📖📖📖📖📖📖

Bedeutung: —

Punkte: 0
Leben: ❤️❤️❤️

Auf "Start" klicken, um loszulegen — dann fallen Wörter herab, klick rechtzeitig die passende Wortart an.

Begriffe aus dem Memory zum Nachschlagen
Die 4 Fälle+

Nominativ — Wer oder was? Der Fall des Subjekts.

Akkusativ — Wen oder was? Der Fall des direkten Objekts.

Dativ — Wem? Der Fall des indirekten Objekts.

Genitiv — Wessen? Der Fall des Besitzes.

Metapher & Vergleich+

Metapher — ein bildlicher Ausdruck ohne "wie": "das Eis ihres Herzens".

Vergleich — verbindet zwei Dinge mit "wie" oder "als": "schnell wie der Wind".

Paarreim & Kreuzreim+

Paarreim — Muster aabb: Zeile 1+2 reimen, Zeile 3+4 reimen.

Kreuzreim — Muster abab: Zeile 1+3 reimen, Zeile 2+4 reimen.

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